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Betriebliche Gesundheitsförderung Beispiele: 37,5 Ideen für Ihr BGF

von Katja Uhde – 13. Januar 2026

Betriebliche Gesundheit ganz konkret: In diesem Artikel finden Sie über 30 Impulse, mit welchen Maßnahmen Sie die Gesundheit und die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeitenden steigern können. Welche Maßnahmen passen zu Ihrem Unternehmen?


Inhaltsverzeichnis


BGF – was ist das eigentlich?

Betriebliche Gesundheitsförderung (kurz: BGF) ist ein freiwilliger und idealerweise strategischer Ansatz, die Gesundheit der Mitarbeitenden im Unternehmen zu fördern.

Das heißt konkret: Unternehmen bieten verschiedene Maßnahmen an, die auf die körperliche und mentale Gesundheit des Teams einzahlen. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen aus den Bereichen, Ernährung, Bewegung und Flexibilität sowie Stressmanagement und Suchtprävention.

Es handelt sich dabei also ausdrücklich nicht um Wiedereingliederungsmaßnahmen, die beispielsweise im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) verpflichtend angeboten werden müssen, sondern um freiwillige Goodies. Als Unternehmen bieten Sie diese Maßnahmen an, um die Gesundheit und Zufriedenheit Ihrer Mitarbeitenden zu steigern.

Gut zu wissen:
Die Betriebliche Gesundheitsförderung wird durch Zuschüsse durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziell gefördert. Zudem haben Sie Steuervorteile: Gemäß § 3 Nummer 34 Einkommensteuergesetz (EStG) können Sie pro Jahr bis zu 600 € pro Team-Mitglied steuerfrei in BGF-Maßnahmen investieren.

37,5 Beispiele für Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung kann viele Gesichter haben. Welche zu Ihrem Unternehmen passen, hängt individuell von Ihren Zielen und den Anforderungen und Wünschen Ihres Teams ab. Im Folgenden finden Sie 37,5 Ideen zur Inspiration:

Übrigens:
Die passenden Anbieter und Programme für Ihre Betriebliche Gesundheitsförderung finden Sie in unserer BGM-Toolbox.

1. Rückenkurse

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit – und können mit gezieltem Muskelaufbau gelindert und vorgebeugt werden, was die Lebens- und Arbeitsqualität in allen Bereichen enorm steigert. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sind sie vor Ort im Unternehmen, extern in Fitnessstudios oder anderen Kurs-Einrichtungen sowie als Online-Kurs möglich.

2. Yoga

Yoga verbindet Beweglichkeit, Kraft und Atmung und wirkt oft positiv auf Verspannungen und Stress. Im Unternehmen funktioniert das oft als Lunch-Session (30–45 Minuten), als Schicht-Variante oder digital.

Besonders praktisch: Einsteigerkurse, klare Level und „Yoga am Stuhl“ für weniger mobile Zielgruppen bieten für den die passende Variante.

3. Bewegte Pause

Sehr kurze Bewegungsimpulse (5–10 Minuten) aktivieren den Kreislauf und glechen muskuläre Belastungen aus. Sie kann als tägliche Live-Anleitung, über Screens in Pausenbereichen oder als Video-Format im Intranet laufen. Die Maßnahme ist besonders wirksam, wenn Führungskräfte das aktiv unterstützen und Teams feste Zeitfenster haben.

4. Laufgruppen

Regelmäßige gemeinsame Läufe oder Walking-Treffs können nach Feierabend oder in der Mittagspause stattfinden. Neben der Gesundheit wächst dadurch auch das Team-Gefühl. Möglich ist das mit festen Terminen, mit Lauf-Coaches oder internen „Captains“.

5. Bewegungs-Challenges

Die zeitlich begrenzten Aktionen (z. B. Schritte, aktive Minuten, Radkilometer) mit Teamwertung und Gamification wirken motivierend und fördern das Miteinander. In der Praxis läuft das beispielsweise über eine App/Plattform, interne Kommunikation und mithilfe kleiner Anreize wie einer Spende pro Kilometer.
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Achtung:
Halten Sie die Einstiegshürde niedrig, sodass auch Mitarbeitende ohne Fitness-Tracker mitmachen können.

6. Selbstverteidigung

Bieten Sie Trainings zur Selbstbehauptung und Deeskalation, je nach Setting auch mit einfachen Selbstschutztechniken. Besonders sinnvoll ist das für gefährdete Gruppen wie den Außendienst, den Empfang, oder in der Pflege. Gute Formate sind einzelne Workshops mit regelmäßigen Auffrischungen.

7. Firmenfitness

Kooperationen mit Fitnessstudio-Netzwerken oder eigenen Fitnessangeboten ermöglichen Mitarbeitenden vergünstigten Zugang zu Sportangeboten. Darunter beispielsweise ein Zuschuss zum Fitnessstudio oder zentrale Verträge mit ausgewählten Anbietern.

8. Dienstrad

Durch eine Gehaltsumwandlung leasen Mitarbeitende ein Fahrrad oder E-Bike, ohne eine große Differenz im Netto zu spüren. Ergänzen Sie das Bike-Leasing mit geschützten Abstellplätzen, um den Anreiz zu erhöhen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.
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9. Bewegungs-Apps

Spezielle Apps für Unternehmen motivieren das Team, Aktivitätspunkte zu sammeln und diese gegen Belohnungen einzutauschen. Dabei kann das Belohnungsprogramm individuell auf Ihr Unternehmen angepasst werden.

Wichtig dabei:
Das Belohnungssystem muss für alle fair sein, sodass auch unsportliche Menschen und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen daran teilnehmen können.

10. Ergonomische Stühle und Sitzalternativen

Neben ergonomischen Bürostühlen bieten auch Sitzbälle oder Sattelhocker Abwechselung bei der Schreibtischarbeit. Wichtig ist dabei, das Team auch in die Benutzung der Möbel einzuweisen, damit eine falsche Benutzung nicht den gesundheitlichen Effekt verfehlt.
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11. Ergonomische Hilfsmittel

Kleine Tools wie eine Vertikalmaus, ergonomische Tastaturen, Fußstützen, ein Monitorarm oder Dokumentenhalter erleichtern die Arbeit am Schreibtisch. Über eine Ergonomie-Bestellliste plus kurze Beratung durch einen Ergonomie-Experten lässt sich das besonders einfach umsetzen.

12. Höhenverstellbare Schreibtische

Tische, die sich auf Stehhöhe stellen lassen, ermöglichen mehr Abwechselung und reduzieren Fehlhaltungen beim Sitzen. Wichtig ist dabei, auch einen Anreiz zum Stehen zu schaffen – andernfalls bleiben die Schreibtische oft dauerhaft auf Sitzhöhe.

13. Hebehilfen

Bei schweren Arbeiten sind Hebehilfen wir Kräne und Hubwagen unverzichtbar. Aber auch in Büros und Abteilungen unterstützen kleine Helfer wie Rollwagen, um ungesunde Haltungen (beispielsweise beim Tragen von Wasserkisten in die Gemeinschaftsküche) zu verhindern.

14. Arbeitsplatzrotation

Das Team wechselt die Arbeitsplätze und mitunter auch die Tätigkeiten rotierend, um mehr Abwechselung in der Haltung und Entlastung bei körperlich anstrengenden Aufgaben zu bieten. Natürlich muss die Rotation zu den Fähigkeiten der Mitarbeitenden passen und darf nicht zusätzlich belastend wirken.

15. Lärmschutzmaßnahmen

Akustikpaneele in Büros, separate Meeting-Räume oder Telefonboxen reduzieren die Lärmbelastung für alle. Das kann Stress reduzieren und die Produktivität steigern. Auch organisatorische Regelungen wie feste Ruhezeiten für ungestörtes Arbeiten können helfen. Eine einfache Maßnahme sind zudem Noise-Cancelling-Headsets zum Telefonieren und Musikhören im Büro.

16. Beleuchtung verbessern

Die Optimierung des Lichts am Arbeitsplatz entlastet die Augen und fördert die Konzentration. Möglich sind beispielsweise das Umrüsten auf LED, Arbeitsplatzleuchten, bessere Lichtplanung in Hallen oder Büros und regelmäßige Checks.

17. Klima- / Hitze-Konzept

Dazu zählen Regeln und Maßnahmen für heiße Perioden, darunter beispielsweise Lüftung, Verschattung und Anpassung der Arbeitszeiten. Praktische Bausteine sind Trinkkonzepte, Kühlräume, Kleidungsvorgaben und Schattenplätze.

18. Essenszuschuss

Durch einen Zuschuss wird es für die Mitarbeitenden leichter, sich jeden Tag eine gesunde Mahlzeit zu gönnen. Besonders einfach ist das, wenn eine Kantine vorhanden ist. Wirkungsvoll wird es, wenn der Zuschuss gezielt gesunde Optionen attraktiver macht.

19. Ernährungs-Ampel in der Kantine

Eine Kennzeichnung von Speisen nach einfachen Kriterien erleichtert die schnelle Einordnung in der Kantine: Welche Mahlzeiten sind gesund, was sollte ich mir nur gelegentlich erlauben? Wichtig ist Transparenz, damit das System akzeptiert wird und nicht wie eine Bevormundung oder Bloßstellung wirkt.

20. Snack-Optimierung

Eine gesündere Snack-Auswahl an Automaten und Kiosken sowie eine Anpassung der Snacks in Meetings reduziert ungesunden Zuckerkonsum und „nebenbei essen“. Sinnvoll sind beispielsweise Nüsse, Obst und Vollkornprodukte statt hochverarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel. Möglich wird das über Lieferantenregelungen, Sortimentsregeln oder eine angepasste Preisgestaltung, die gesunde Snacks günstiger macht als ungesunde.

21. Trinkwasserstationen

Installierte Wasserspender versorgen alle Mitarbeitenden kostenlos mit frischem und hygienischem Wasser. Das hilft dabei, das tägliche Trinkziel zu erreichen und kann den Konsum ungesunder Getränke reduzieren.

22. Ernährungs-Workshops

Ein Workshop-Angebot zu verschiedenen Ernährungsthemen befähigt Mitarbeitende, mehr auf ihre Ernährung zu achten. Die Workshops können intern als Team-Event oder bezuschusst in externen Einrichtungen angeboten werden.

23. Ernährungsberatung

Individuelle Beratung, Gruppen-Coachings oder Vorträge über Ernährung helfen dabei, für gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Auch die diskrete Vermittlung einer Ernährungsberatung für eine 1:1-Beratung kann sinnvoll sein.

24. Ernährungs-Apps

Spezielle Apps bieten ein auf betriebliche BGF-Programme zugeschnittenes Programm für eine gesündere Ernährung. Sie helfen Mitarbeitenden, gesunde Ernährung nach eigenem Ermessen in den Alltag zu integrieren, ohne dafür spezielle Kurse buchen zu müssen.

25. Resilienz-Training

Resilienz-Trainings stärken die psychische Widerstandskraft. Das Training kann als Vortrag, Workshop oder buchbarer Kurs angeboten werden. 
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26. Achtsamkeitstraining

Schon kleine Übungen zur Aufmerksamkeitslenkung und Stressreduktion können großen Mehrwert bieten. Umsetzbar ist das über wöchentliche Sessions oder Mikroformate (10 Minuten) im Kalender. Dadurch werden auch remote arbeitende Mitarbeitende eingeladen, gemeinsam die Achtsamkeit zu stärken.

Wichtig dabei: freiwillig anbieten und alltagstauglich machen, sonst bleibt es nett, aber irrelevant.

27. Schlaf-Coaching

Ein Training bzw. eine Beratung zur Schlafqualität ist insbesondere für Schichtarbeitende oder bei hoher mentaler Belastung relevant. Workshops vermitteln Wissen über Schlafhygiene, Lichtmanagement, Koffein-Timing und Erholungsstrategien.

28. Massagen

Kurze Massagen am Arbeitsplatz helfen, Rücken- und Nackenschmerzen zu lindern. Möglich ist das über externe Dienstleister, die an festen Tagen ins Unternehmen kommen und über eine Buchungsplattform von Mitarbeitenden gebucht werden können.

29. Selbstmanagement-Coaching

Ein Coaching zur besseren Steuerung von Aufgaben, Prioritäten und Grenzen hilft Mitarbeitenden, ihren Arbeitsalltag selbstbestimmt zu organisieren und dadurch Stress zu vermeiden. Möglich als Gruppen-Coaching, Vortrag oder digital als Selbstlern-Webinar.

30. Kommunikations-Training

Trainings zu klarer, respektvoller Kommunikation, Feedback und Gesprächsführung – oft zur Reduktion von Reibungsverlusten. Zum Beispiel als Teamworkshop oder für Führungskräfte. Wirksam wird es insbesondere, wenn danach gemeinsame Teamvereinbarungen festgelegt werden.

31. Gesunde Führung

Gesunde Führung ist ein Führungsstil zur Steigerung der Gesundheit und Zufriedenheit im Team. Dafür benötigen Führungskräfte neben einem Training vor allem auch eine Sensibilisierung und die Möglichkeiten, die gesunde Führung im Arbeitsalltag auch zu leben.

32. EAP / psychosoziale Beratung

Die externe, vertrauliche Beratung unterstützt Mitarbeitende (und oft auch Angehörige) bei beruflichen oder privaten Belastungen. Implementiert wird das über einen Dienstleister mit Hotline, Kurzberatung und bei Bedarf Weitervermittlung.
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Wichtig dabei: Die Beratung muss anonym erfolgen können.

33. Willkommensgespräche

Unabhängig von den gesetzlich vorgeschriebenen BEM-Gesprächen sind Willkommensgespräche eine Wertschätzung gegenüber dem Team und helfen Führungskräften, die Bindung zu ihren Mitarbeitenden zu stärken. Sie heißen Mitarbeitende nach Abwesenheiten willkommen, klären Ursachen für Krankheiten und liefern so Erkenntnisse aus dem Arbeitsalltag.

34. Nichtraucherprogramme

Programme zur Tabakentwöhnung wie Gruppenkurse, digitale Programme oder Coachings sowie unterstützende Rahmenbedingungen helfen Mitarbeitenden dabei, mit dem Rauchen aufzuhören. → Jetzt Anbieter vergleichen

35. Erholungsräume

Rückzugsräume ermöglichen Mitarbeitenden, sich zu entspannen oder sogar einen Powernap einzulegen. Der Raum muss dafür von anderen Aufenthaltsräumen getrennt und entsprechend gestaltet sein, zum Beispiel mit liegen oder Sesseln.

36. Impfaktionen

In Kooperation mit dem Betriebsarzt oder ärztlichen Diensten können Impfungen direkt im Unternehmen durchgeführt werden. Das senkt die Hürde, sich impfen zu lassen. Wichtig dabei sind Freiwilligkeit und Diskretion.

37. Spezielle Angebote für Frauen

Bei manchen Anliegen ist die Hemmschwelle für Frauen niedriger, wenn sie einen Safe-Space unter Frauen vorfinden. Spezielle Angebote wie Selbstverteidigung, Beckenbodentraining oder Kurse für Frauengesundheit bieten ihnen den Raum und Stärken die Rolle der Frau.

37,5-Stunden-Woche

Ein halber Punkt geht an die Optimierung der Arbeitszeit: Sie ist weit mehr als eine BGF-Maßnahme – und kann doch hohen Einfluss auf die Lebens- und Gesundheitsqualität ihres Teams haben.

So finden Sie die richtigen BGF-Maßnahmen für Ihr Unternehmen

Sie sehen: Es gibt jede Menge Auswahl, welche Möglichkeiten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung Sie Ihrem Team anbieten können. Aber wie sollen Sie dabei die richtige Maßnahmen für Ihr Unternehmen finden?

Unser Tipp: Zuhören und ausprobieren.

Über interne Umfragen ermitteln Sie den Bedarf und die Wünsche Ihrer Mitarbeitenden und wählen anschließend Kurse und Anbieter aus, die dazu passen. Wünscht sich Ihr Team beispielsweise selbstständig und unabhängig Sport machen zu können, kann Firmenfitness das Richtige sein. Wünscht sich Ihr Team mehr Unterstützung bei der Ernährung, können Workshops und eine Reduzierung der „Versuchungen“ weiterhelfen.

Mit Hilfe der Kursmanagement-Software von Saneware reporten Sie anschließend zuverlässig, welche Maßnahmen von Ihrem Team angenommen werden. Dadurch erkennen Sie beliebte Maßnahmen und entlarven teure Ladenhüter. Durch die Echtzeit-Erfassung haben Sie außerdem immer alle benötigten Auswertungen zur Hand, die Sie für die GKV und die Nutzung der Steuervorteile benötigen.

Plus: Die Software erleichtert das Teilnahme-Management, sodass Ihr Team sich direkt über die Software zu Kursen anmelden kann.  

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