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Die richtigen BGF-Maßnahmen finden: 5 Schritte für Ihr Unternehmen

von Katja Uhde – 24. August 2026

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann viele Gesichter haben. Aber was passt zu Ihrem Unternehmen? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie in fünf Schritten genau die Maßnahmen auswählen, die du Ihrem Unternehmen und zu Ihren Mitarbeitenden passen.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Schritt 1: Ziele klären
  2. Schritt 2: Bedarf erheben
  3. Schritt 3: Erste Maßnahmen wählen
  4. Schritt 4: Maßnahmen testen und auswerten
  5. Schritt 5: Maßnahmen anpassen und ausweiten
  6. BGF-Controlling
  7. FAQ

Warum ist es so wichtig, die passenden BGF-Maßnahmen zu finden?

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) soll die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden erhalten oder gar verbessern. Das ist nicht nur ein Pluspunkt für Recruiting und Zufriedenheit, sondern trägt auch zu mehr Produktivität bei.

Es geht also nicht nur um einen Benefit, der Ihr Unternehmen in einer Stellenausschreibung gut dastehen lässt. Es geht vielmehr darum, Ihre Mitarbeitenden mit den passenden Maßnahmen dabei zu unterstützen, ein gesünderes Leben zu führen.

Das ist nur möglich, wenn die Maßnahmen passgenau zu den Bedürfnissen und Anliegen Ihres Teams passen. Deswegen kann es niemals „die eine“ passende Maßnahme geben – sie sollte stets bedarfsorientiert ausgewählt werden.

Schritt 1: Ziele klären

Betriebliche Gesundheitsförderung ist kein Selbstzweck. Als Unternehmen verfolgen Sie damit klare Ziele. Und genau diese Ziele sollten Sie definieren und benennen, bevor Sie mit der Auswahl von Maßnahmen beginnen.

Mögliche Ziele sind beispielsweise:

  • Krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren
  • Teilnahmequote an BGF-Maßnahmen erhöhen
  • Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern
  • Die psychische oder physische Leistungsfähigkeit steigern
  • Die Arbeitsfähigkeit erhalten
  • Ihre Attraktivität als arbeitgebendes Unternehmen steigern

Wichtig: Definieren Sie für Ihre gewählten Ziele geeignete Kennzahlen, damit die Zielerreichung messbar wird.

Warum ist das wichtig?

Beim BGF ist es wie bei jeder betrieblichen Entscheidung: Nur, wenn Sie das Ziel kennen, können Sie später auch entscheiden, ob Zeit, Budget und personeller Aufwand sinnvoll eingesetzt wurden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hilft die Definition der Ziele also auch, den Return on Investment der BGF-Maßnahmen zu beurteilen.

ROI im BGM

Wie sich der Return on Investment von BGM-Maßnahmen maximieren lässt und was das überhaupt bedeutet, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Schritt 2: Bedarf erheben

Nachdem Sie mit den Zielen den Soll-Zustand definiert haben, geht es im nächsten Schritt um eine Ist-Analyse: Wo stehen Unternehmen und Mitarbeitende aktuell in puncto Gesundheit? Wo benötigt das Team Unterstützung und was sind gesundheitliche Probleme und Risiken?

Für die Ist-Analyse und die Bedarfserhebung empfehlen wir, die folgenden Punkte zu untersuchen:

Welche Zielgruppe wird angesprochen?

Ganz klar: Menschen, die körperlich hart arbeiten, haben im beruflichen Kontext andere gesundheitliche Herausforderungen als Menschen, die überwiegend Wissensarbeit erbringen. Deshalb lohnt es sich, die Bedarfe Ihrer Mitarbeitenden in möglichst homogenen Gruppen zu betrachten – zum Beispiel nach Tätigkeit, Belastungsprofil, Standort, Alter oder Arbeitsbereich. In der Praxis werden hierfür häufig Organisationseinheiten, Tätigkeitsgruppen und demografische Merkmale miteinander verglichen, um Handlungsfelder gezielt zu erkennen.

Welche gesundheitlichen Schwerpunkte gibt es?

Im nächsten Schritt sollten Sie je Zielgruppe untersuchen, welche gesundheitlichen Schwerpunkte und Auffälligkeiten erkennbar sind. Dafür eignen sich zum Beispiel Fehlzeitenberichte, Mitarbeiterbefragungen und Gesundheitsberichte der Krankenkassen.

Ergänzend können auch Arbeitsunfälle, Berichte aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge, Mitarbeitergespräche oder Informationen aus Arbeitsfähigkeiten ausgewertet werden. Sinnvoll ist es dabei, zwischen physischen und psychischen Belastungsschwerpunkten zu unterscheiden, ohne vorschnell nur auf einzelne Diagnosen zu schauen.

Was wünschen sich Mitarbeitende?

Dieser Punkt ist entscheidend für die Akzeptanz der angebotenen BGF-Maßnahmen: Nehmen Sie Ihre Mitarbeitenden bei der Entscheidung mit. Schließlich wissen sie selbst am besten, wie ihr Arbeitsalltag aussieht.

Umsetzbar ist das beispielsweise über anonyme Umfragen, Workshops oder strukturierte Gespräche. Zielführend ist es, nicht einfach nur nach gewünschten Maßnahmen zu fragen, sondern nach Belastungen, Unterstützungsbedarfen und Verbesserungsmöglichkeiten im Arbeitsalltag. Geeignete Fragen sind zum Beispiel:

  • „Was belastet Sie in Ihrem Arbeitsalltag?“
  • „Wo fehlt Ihnen Unterstützung?“
  • „Was würde Ihren Alltag erleichtern?“

Wichtig dabei: Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Die Teilnahme an Befragungen sollte daher freiwillig und im Idealfall anonym erfolgen. Achten Sie zudem auf eine DSGVO-konforme Zugriffsverwaltung der Ergebnisse. Eine spezielle Kursmanagement-Software wie Saneware hilft Ihnen dabei, Umfragen und Recherchen revisionssicher und effizient durchzuführen. 

Welche Maßnahmen gibt es bereits?

Zuletzt sollten Sie prüfen, welche BGF-Maßnahmen und Ressourcen bereits bestehen und wie diese angenommen werden. Schauen Sie dabei nicht nur darauf, was angeboten wird, sondern auch:

  • wie hoch die Teilnahmequote ist
  • welche Zielgruppen erreicht werden
  • wie das Feedback ausfällt
  • ob es erkennbare Lücken oder Doppelstrukturen gibt

Schritt 3: Erste Maßnahmen wählen

Die in der Analyse gesammelten Erkenntnisse weisen Ihnen schließlich den Weg, erste Maßnahmen auszuwählen. Wichtig ist dabei: Sie müssen nicht gleich ein üppiges Angebot schnüren, sondern können entsprechend der Zielgruppenprofile Zug um Zug einzelne Maßnahmen auswählen und testen.

Ein sinnvoller Einstieg kann zum Beispiel so aussehen:

  • Bei hoher körperlicher Belastung: Ergonomie-Coachings, bewegte Pausen, Anpassungen am Arbeitsplatz
  • Bei hoher psychischer Belastung: Stressmanagement, Führungskräfteentwicklung, Verbesserungen in Kommunikation und Arbeitsorganisation
  • Bei geringer Nutzung bestehender Angebote: niedrigschwellige Pilotmaßnahmen, bessere interne Kommunikation, einfache Buchungsprozesse und klare Zielgruppenansprache.

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Schritt 4: Maßnahmen testen und auswerten

Diese ersten, ausgewählten Maßnahmen beobachten Sie während der Pilotphase genau: Untersuchen Sie, wie Mitarbeitende das Angebot annehmen, wie zufrieden sie damit sind und wie sich Ihre in Schritt 1 definierten Kennzahlen entwickeln. Definieren Sie dafür Meilensteine, an denen Sie den Erfolg der Maßnahmen prüfen.

Achten Sie dabei auch darauf, wie gut die Durchführung der Maßnahmen funktioniert: Wie reibungslos sind An- und Abmeldung möglich? Wie viele der angemeldeten Mitarbeitenden nehmen die Maßnahmen dann auch tatsächlich in Anspruch?

Schritt 5: Maßnahmen anpassen und ausweiten

Die Maßnahmen, die in Schritt 4 Erfolge erzielt haben, dürfen bleiben – andere passen Sie an oder streichen Sie aus Ihrem Angebot. Auf diese Weise weiten Sie Ihr Angebot Schritt für Schritt aus, sodass Sie Ihre in Schritt 1 definierten Ziele und Ziel-Kennzahlen erreichen.

Nutzen Sie dabei immer wieder die Instrumente aus den vergangenen Schritten: Mit Umfragen, individuellem Feedback und der Auswertung der Teilnahmequoten überwachen Sie laufend, welche Maßnahmen gut ankommen und welche nicht.

Tipp:
Kostenlose Unterstützung bei der Planung und Entwicklung Ihrer Betrieblichen Gesundheitsförderung bekommen Sie bei den BGF-Koordinierungsstellen der Bundesländer.

BGF-Controlling: So geht’s weiter, wenn Sie die passenden Maßnahmen gefunden haben

Wichtig ist, dass Sie nach Schritt 5 nicht einfach aufhören, Ihre BGF-Maßnahmen zu optimieren. Führen Sie ein laufendes BGF-Controlling ein, um den Erfolg der Maßnahmen langfristig zu überwachen und sicherzustellen, ausschließlich in wirksame Angebote zu investieren.

Hier unterstützt Sie das digitale Kursmanagement von Saneware: Das übersichtliche Dashboard erleichtert es Ihnen, den Überblick zu behalten und strukturiert zu reporten.


FAQ: Häufige Fragen zu BGF-Maßnahmen

  • Weil BGF-Maßnahmen nur dann wirklich wirksam sind und angenommen werden, wenn sie auch zu den Bedürfnissen und Anforderungen der Mitarbeitenden im Unternehmen passen. Es gibt nicht die pauschal richtige BGF-Maßnahme, die zu allen Unternehmen und Arbeitsbereichen passt.

  • Am sinnvollsten ist eine Kombination aus Mitarbeiterbefragung, Gefährdungsbeurteilung, HR-Daten und qualitativen Rückmeldungen. Wichtig ist, die Wirkung und die Teilnahmequote der BGF-Maßnahmen laufend zu überwachen und auszuwerten, um so das Angebot kontinuierlich zu verbessern. Dabei hilft ein strukturierter Controlling-Prozess.

  • Ja. Wenn Mitarbeitende am Prozess beteiligt werden, erhöht das die Akzeptanz und hilft, geeignete Maßnahmen zu finden.

  • Nein, alleinige Kursangebote reichen oft nicht aus. Wirksame BGF sollte sowohl Verhaltensprävention als auch Verhältnisprävention berücksichtigen – also nicht nur individuelles Verhalten, sondern auch Arbeitsbedingungen, Arbeitsorganisation und betriebliche Prozesse verbessern.

  • Software kann vor allem bei der Organisation, Buchung, Dokumentation und Auswertung helfen. Die Kursmanagement-Software von Saneware entlastet und unterstützt Ihr HR-Team beispielsweise durch digitale Anmeldeverfahren und laufende Reportings in übersichtlichen Dashboards.

  • Weil Evaluation und Monitoring helfen, Maßnahmen frühzeitig zu verbessern. Es ist sinnvoll, Wirkung, Nutzen, Dauer und Kosten von Maßnahmen systematisch zu überprüfen und dabei auch Mitarbeiterbefragungen als Monitoring-Instrument zu nutzen. So erkennen Sie schneller, ob eine Maßnahme angenommen wird, angepasst werden muss oder ausgebaut werden kann.

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