Gesunde Führung: So funktioniert sie in der Praxis
Klar, die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden ist wichtig. Aber ist sie auch schon Teil Ihrer Unternehmenskultur? Das hat sowohl für Ihr Unternehmen als auch für Ihre Mitarbeitenden zahlreiche Vorteile. Welche das sind und wie Sie gesunde Führung in Ihr Unternehmen etablieren, erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist gesunde Führung?
- Wie funktioniert gesunde Führung?
- 5 Tipps für die Praxis
- Folgen gesunder Führung
Was ist gesunde Führung?
Gesunde Führung ist ein Führungsstil, bei dem es neben fachlicher und organisatorischer Kompetenz vor allem auf den Umgang mit der Gesundheit der Team-Mitglieder ankommt. Es geht nicht nur um leistungsorientierte Ergebnisse, sondern auch um das persönliche Wohlbefinden jedes Einzelnen. Gesunde Führung schafft eine Arbeitsumgebung, in der Mitarbeitende motiviert und unterstützt werden, ihre Aufgaben zu erledigen und zugleich ihre eigene Gesundheit sicher zu stellen.
Dadurch bringt gesunde Führung die Power eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) auf die Straße. Nur mit einer Führungskultur, die die Gesundheit der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt, sind BGM-Maßnahmen wirklich wirksam.
Warum gesunde Führung heute so wichtig ist
Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die durchschnittliche Anzahl der Krankentage liegt mit 14,8 Tagen im Jahr 2024 noch immer deutlich über Vor-Corona-Niveau (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Top-Erkrankungen betreffen das Atmungssystem, das Muskel-Skelett-System und psychische Erkrankungen. Das zeigt, wie hoch die Belastung am Arbeitsplatz ist. Der Leistungsdruck und die ständige Erreichbarkeit tun ihr Übriges.
Gleichzeitig sorgt der demografische Wandel und der Fachkräftemangel für einen regen Wettbewerb um Fachkräfte und Mitarbeitende. Eine Unternehmenskultur mit gesunder Führung sowie ein leistungsstarkes BGM können helfen, Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu halten. Unternehmen, die keinen Wert auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden legen, werden langfristig voraussichtlich nicht wettbewerbsfähig sein.
Wie funktioniert gesunde Führung?
Gesunde Führung findet im Arbeitsalltag statt: Anstatt einzelner Aktionen handelt es sich vielmehr um eine Unternehmenskultur, die das grundsätzliche Verhalten prägt. Es geht darum, gesundheitliche Interessen auf gleicher Ebene wie leistungsorientierte Interessen zu betrachten.
Das klingt einfach, kann im Arbeitsalltag jedoch sehr komplex sein. Damit Sie sich die Kultur einer gesunden Führung besser vorstellen können, haben wir sie in fünf Säulen unterteilt:
Gesundheitsorientiertes Führungsverhalten
Führungskräfte sollten nicht nur die unternehmerische Leistung im Fokus haben, sondern stets auch die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Dazu gehört es insbesondere, Rahmenbedingungen zu schaffen, die im Einklang mit der Gesundheit stehen.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Aufgaben nach persönlichen Stärken verteilen
- In stressigen Phasen bewusst Pausen einplanen und das Team daran erinnern
- Aktiv nachfragen, wie es den Mitarbeitenden mit der aktuellen Arbeitslast geht
Vorbildfunktion
Führungskräfte, die selbst sorgsam mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen, signalisieren den hohen Stellenwert der Gesundheit. Gleichzeitig senkt es den Leistungsdruck, wenn auch sie ihre eigene Gesundheit schützen.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Selbst Pausen einlegen und pünktlich Feierabend machen
- Keine E-Mails nachts oder am Wochenende verschicken
- Nicht angeschlagen oder sogar krank zur Arbeit kommen
Übrigens:
Wenn Mitarbeitende und Führungskräfte krank zur Arbeit kommen, heißt das Präsentismus. Wie sich das auf Ihr Unternehmen auswirken kann und wie Sie Präsentismus verhindern, erfahren Sie hier.
Wertschätzung und Kommunikation
Gesunde Führung lebt von einem respektvollen, offenen Austausch. Wertschätzung stärkt Motivation, Vertrauen und psychische Gesundheit.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Regelmäßig konstruktives Feedback geben – nicht nur bei Problemen, sondern auch bei guten Leistungen
- Konflikte frühzeitig ansprechen
- Aktiv zuhören und nachfragen, auch in Bezug auf Gesundheit und persönliche Probleme
Organisationsgestaltung:
Gesunde Führung umfasst nicht nur den persönlichen Umgang, sondern insbesondere auch die Gestaltung von Prozessen und Strukturen wie Arbeitszeitmodelle oder die Einrichtung der Arbeitsplätze.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Flexible Arbeitszeiten und Home Office ermöglichen, wenn es praktikabel ist und zu mehr Gesundheit beiträgt
- Aufgaben und Prozesse klar strukturieren, um Chaos und Überforderung zu vermeiden
- Ergonomische Arbeitsplätze sicherstellen
Integration ins Betriebliche Gesundheitsmanagement
Gesunde Führung ist eng verzahnt mit allen anderen BGM-Maßnahmen. Führungskräfte sind dabei die Schnittstelle zwischen Management und Team und sorgen dafür, dass sowohl ganzheitliche als auch einzelne BGM-Maßnahmen bei den Mitarbeitenden ankommen.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Mitarbeitende aktiv über BGM-Angebote informieren
- Selbst an BGM-Maßnahmen teilnehmen und andere dazu motivieren
- Feedback aus dem Team an das BGM weitergeben, damit die Maßnahmen noch besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden angepasst werden können
Maßnahmen für gesunde Führung: 5 Tipps für die Praxis
Führungskräfte schulen
Schulungen und Trainings machen Führungskräfte mit den Grundlagen gesundheitsorientierter Führung vertraut – von Stressprävention über Kommunikation bis hin zum Umgang mit psychischen Belastungen. So schaffen Sie in Ihrem Unternehmen ein gemeinsames Verständnis und stellen sicher, dass Gesundheit in allen Führungsstilen berücksichtigt wird.
Werkzeuge bereitstellen
Werkzeuge wie Checklisten und Gesprächsleitfäden helfen Führungskräften dabei, die Theorien der gesunden Führung auch in der Praxis anzuwenden. Eine BGM-Software mit speziellem Dashboard für Führungskräfte hilft den Überblick zu behalten und Auslöser zu erkennen, wann konkrete Maßnahmen nötig sind.
Das Führungskräfte-Dashboard von Saneware zeigt beispielsweise folgende Werte:
- Gesundheitsquote in der eigenen Abteilung
- Durchschnittliche Fehltage je Mitarbeiter:in pro Monat und Jahr
- Aktuelle Abwesenheiten
- Altersstruktur
- Branchenvergleich
- Krankmeldungen und Krankheitsdauer pro Monat
Mit diesen Informationen hilft Saneware Führungskräften dabei, die Gesundheit in der eigenen Abteilung besser zu verstehen. Die Faktenbasis erleichtert es, BGM-Maßnahmen wie Fehlzeitengespräche oder gesundheitsfördernde Maßnahmen gezielt einzusetzen. Zudem ist das Dashboard ein starkes Reporting-Werkzeug: Führungskräfte erkennen schnell, wenn ihr verändertes Führungsverhalten Wirkung zeigt und bestärkt sie darin, selbst ein Vorbild zu sein.
KPIs festlegen
In einem Unternehmen gibt es für jedes Ziel auch passende Kennzahlen. Wenn Sie auch für die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden Kennzahlen etablieren, zeigt das, wie wichtig dieser Faktor für Ihr Unternehmen ist. Sinnvolle KPIs sind beispielsweise die Anzahl der Krankentage oder die Nutzung der BGM-Maßnahmen.
Die KPIs lassen sich mit einer BGM-Software wie Saneware ganz einfach überwachen und intern entsprechend der Zuständigkeiten kommunizieren.
Offen kommunizieren
Eine offene Kommunikation ist maßgeblich, um Mitarbeitende zu ermutigen, offen über gesundheitliche Anliegen zu sprechen. Wenn Ihre Führungskräfte offen über Belastungen, Ziele und Erwartungen sprechen, trauen sich auch Mitarbeitende, das Gespräch zu suchen. Gleichzeitig fördern routinemäßig stattfindende Mitarbeitergespräche den Austausch – auch über gesundheitliche Themen. Die Software für Mitarbeitergespräche von Saneware hilft dabei, diese Gespräche effizient zu planen und durchzuführen.
So führen Sie Mitarbeitergespräche
Welche Gespräche gibt es? Und wie führen Sie sie richtig? In unserem Ratgeber finden Sie alle Infos leicht verständlich – inklusive Leitfaden.
Führungskräfte stärken
Führungskräfte stehen unter enormem Druck. Sie müssen Leistungsziele erreichen und sollen sich mit gesunder Führung zugleich um das Wohl ihres Teams kümmern. Dabei kann es zu Interessens- und Zielkonflikten kommen. Das belastet ihre eigene Gesundheit und erschwert es, den gesunden Führungsstil auch in stressigen Projektphasen beizubehalten.
Eine klare Unternehmenskultur und Verständnis der Geschäftsführung stärken Führungskräften den Rücken. Coachings, Mentorings und Austauschformate sorgen außerdem für eine bessere Nutzung der Erfahrungswerte und machen Führungskräfte resilienter.
Fazit: Gesunde Führung macht Unternehmen resilienter
Gesunde Führung sorgt dafür, dass Leistung und Gesundheit nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig stärken. Sie macht das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Alltag spürbar und wirkungsvoll.
Unternehmen, die gesunde Führung gezielt fördern, gewinnen motivierte, leistungsfähige und loyale Mitarbeitende – und sichern sich so langfristig einen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend ist, Gesundheit fest in der Unternehmenskultur zu verankern. Digitale BGM-Tools unterstützen Führungskräfte zusätzlich dabei, Maßnahmen im Alltag effizient umzusetzen und Erfolge sichtbar zu machen.
Fragen und Antworten zu gesunder Führung
Gesunde Führung bedeutet, dass Führungskräfte die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden genauso ernst nehmen wie die fachlichen Ziele. Es geht darum, Belastungen zu reduzieren, Ressourcen zu fördern und ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Gesunde Führung ist eine zentrale Säule des BGM. Sie sorgt dafür, dass strategische Gesundheitsziele im Alltag ankommen und Maßnahmen wie Prävention oder Gesundheitsangebote auch tatsächlich genutzt werden.
Typische Elemente gesunder Führung sind unter anderem diese:
- Wertschätzende Kommunikation
- realistische Zielvorgaben
- faire Aufgabenverteilung
- flexible Arbeitsmodelle
- Vorbildfunktion der Führungskräfte
- Integration von Gesundheit in die Unternehmenskultur
Gesunde Führung trägt zu mehr Wirkung der BGM-Maßnahmen bei und verstärkt somit deren positive Effekte. Insgesamt kann gesunde Führung zu folgenden Ergebnissen führen:
- Weniger Fehlzeiten
- höhere Produktivität
- bessere Arbeitgeberattraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte
- eine insgesamt resilientere Unternehmenskultur