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Die 10 wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement

von Katja Uhde – 18. Juli 2023

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist dafür da, um die Arbeitsumgebung, die Unternehmenskultur und das Verhalten am Arbeitsplatz in Ihrem Betrieb gesundheitsfördernd zu gestalten. 

Ein effektives BGM verbessert nicht nur die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen, sondern wirkt sich auch positiv auf Produktivität, Arbeitsmoral und letztlich auf Ihren Unternehmenserfolg aus. 

In diesem Magazinbeitrag finden Sie die zehn wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement zum Wohle Ihrer Mitarbeitenden und Ihres Unternehmens. 


Inhaltsverzeichnis:

  1. Unternehmensleitung – Erfolgreiches BGM beginnt mit dem Engagement der Führungsebene
  2. Mitarbeiterbeteiligung – Binden Sie Ihre Belegschaft ein
  3. Strategische Planung – nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement
  4. Risikobewertung – Proaktive Identifizierung von Gesundheitsgefahren
  5. Prävention und Förderung – Aktive Gesundheitsförderung für nachhaltigen Erfolg
  6. Aus- und Weiterbildung – BGM als ständiger Lernprozess
  7. Finanzielle Förderung – Holen Sie sich Unterstützung
  8. Betriebliches Eingliederungsmanagement – Langzeiterkrankte zurück zur vollen Leistung führen
  9. Evaluation und Kontrolle Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements
  10. Unterstützung durch Digitalisierung Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements

1. Unternehmensleitung – Erfolgreiches BGM beginnt mit dem Engagement der Führungsebene 

Eine proaktive Führung ist der Grundstein für jedes erfolgreiche Betriebliche Gesundheitsmanagement. Die Unternehmensleitung spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung einer Unternehmenskultur, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen fördert und unterstützt. 

Das Engagement der Führungsebene zeigt sich dabei nicht nur durch die Bereitstellung der nötigen Ressourcen, sondern auch durch aktive Beteiligung und Einnehmen einer Vorbildfunktion.

Die Führungskräfte sollten in allen Aspekten des BGM beteiligt sein. Von der Planung und Implementierung von gesundheitsfördernden Maßnahmen bis hin zur Teilnahme an Gesundheitsprogrammen und -aktivitäten. Indem Sie den Wert von Gesundheit am Arbeitsplatz vorleben und betonen, senden Sie ein starkes Signal an alle Mitarbeiter:innen, dass ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden im Unternehmen Priorität haben. 

Führungskräfte, die die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter:innen ernst nehmen, leisten einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsmoral, zur Reduzierung von Krankheitsausfällen und zur Förderung einer leistungsfähigen und engagierten Belegschaft.

2. Mitarbeiterbeteiligung – Binden Sie Ihre Belegschaft ein

Mitarbeiterbeteiligung ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Mitarbeiter:innen, die aktiv in die Planung und Durchführung von Gesundheitsmaßnahmen einbezogen werden, fühlen sich wertgeschätzt und beteiligt. Das fördert nicht nur ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden, sondern auch ihre Arbeitszufriedenheit und Produktivität.

Die Einbeziehung der Mitarbeitenden kann auf verschiedene Weisen erfolgen, z.B. durch Umfragen und Feedback-Schleifen zur Erfassung ihrer Bedürfnisse und Wünsche, durch die Einbeziehung in Entscheidungsprozesse oder durch die Bereitstellung der aktiven Teilnahme an Gesundheits- und Wellnessprogrammen. Auch das Einrichten von Gesundheitszirkeln, die sich regelmäßig zur Diskussion zielführender Maßnahmen treffen, ist ein geeigneter Weg, um Ihre Mitarbeiter:innen einzubinden. 

Darüber hinaus fördert die aktive Beteiligung der Mitarbeiter:innen an BGM-Maßnahmen ein Gefühl der Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit. Sie sind motivierter, gesunde Verhaltensweisen zu adoptieren und beizubehalten, wenn sie sich als aktive Gestalter:innen ihrer Arbeits- und Gesundheitsbedingungen wahrnehmen. 

3. Strategische Planung – nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement

Für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die strategische Planung unerlässlich. Sie bildet das Fundament, auf dem alle anderen BGM-Maßnahmen aufbauen. Durch eine klar definierte Strategie lassen sich die Ziele des BGM konkretisieren, relevante Handlungsfelder identifizieren und notwendige Maßnahmen systematisch planen und durchführen.

Führen Sie eine Bestandsaufnahme der bestehenden gesundheitlichen Situation und der Arbeitsbedingungen Ihrem Unternehmen durch. Auf Basis dieser Analyse können dann spezifische Gesundheitsziele definiert und ein maßgeschneidertes BGM-Konzept erstellt werden. Das Konzept sollte Aspekte wie Prävention, konkrete Schritte zur Umsetzung und Wiedereingliederung langfristig erkrankter Mitarbeiter:innen (BEM-Verfahren) umfassen.

Zudem sollte die strategische Planung auch einen Mechanismus zur Überprüfung der Maßnahmen und ggf. Anpassung des BGM beinhalten. Denn das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist ein dynamischer Prozess, der kontinuierlich evaluiert und an veränderte Bedingungen angepasst werden muss.

4. Risikobewertung – Proaktive Identifizierung von Gesundheitsgefahren

Die Risikobewertung ermöglicht es, potenzielle Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ihrer Reduzierung oder Beseitigung einzuleiten. Unser Magazin hat sich bereits mit den drei häufigsten Gründe für Fehlzeiten beschäftigt.

Dabei geht es nicht nur um die Identifizierung von physischen Risiken, wie etwa schlechte Ergonomie oder Gefahrstoffe, sondern auch um psychosoziale Risiken. Diese können durch Stress, Überlastung oder mangelnde soziale Unterstützung entstehen und sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit der Mitarbeiter:innen negativ beeinflussen. Mithilfe einer psychischen Gefährdungsbeurteilung können Sie die mentalen Gefahrenabschätzen.

Die Risikobewertung sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um Veränderungen im Arbeitsumfeld und in den Arbeitsprozessen zeitnah zu erfassen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Darüber hinaus sollte sie auch bei der Planung und Einführung neuer Arbeitsverfahren oder Technologien durchgeführt werden, um potenzielle Gesundheitsrisiken im Vorfeld zu minimieren.

Indem Sie Risiken proaktiv erfassen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt stellen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz und zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter.

5. Prävention und Förderung – Aktive Gesundheitsförderung für nachhaltigen Erfolg

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst mehr als die reine Reaktion auf gesundheitliche Probleme. Setzen Sie sich aktiv für die Prävention von Krankheiten und die Förderung der Gesundheit ein. 

Dafür sollten Sie eine wertschätzende Kultur der Gesundheitsförderung in Ihrem Unternehmen etablieren, die alle Mitarbeiter:innen ermutigt und befähigt, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern.

Präventive Maßnahmen können sich auf verschiedene Bereiche konzentrieren, wie z.B. Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Work-Life-Balance. Es kann sich lohnen einen Blick auf Ihre BGM-Kennzahlen zu werfen, um zu ermitteln, wo genau Sie am effektivsten beginnen. 

Die Maßnahmen sollten auf die spezifischen Bedürfnisse und Risiken der Mitarbeiter:innen abgestimmt sein und kontinuierlich anhand von Feedback und Evaluation angepasst werden.

Wichtig: Gesundheitsförderung umfasst auch die Schaffung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen, wie ergonomische Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeiten oder eine positive, unterstützende Arbeitsatmosphäre. 

6. Aus- und Weiterbildung – BGM als ständiger Lernprozess

Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) erfordert eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung aller Beteiligten. Das ist entscheidend, um ein Bewusstsein für Gesundheitsfragen zu schaffen, Kompetenzen zu entwickeln und Verhaltensänderungen zu fördern. 

Die Aus- und Weiterbildung sollte sowohl die Unternehmensführung als auch die Mitarbeiter:innen einschließen. Manager:innen und Führungskräfte sollten geschult werden, um die Bedeutung des BGM zu verstehen, ihre Rolle und Verantwortung in diesem Bereich zu erkennen und die Fähigkeiten zu erwerben, die notwendig sind, um gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen und zu erhalten.

Mitarbeiter:innen sollten über Gesundheitsrisiken, präventive Maßnahmen und verfügbare Unterstützungsangebote informiert werden. Darüber hinaus sollten sie ermutigt werden, ihre eigenen gesundheitlichen Fähigkeiten zu entwickeln und Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen. 

Schulungen können in Form von Workshops, Seminaren, Online-Kursen oder Coaching-Sitzungen angeboten werden und sollten sich an den spezifischen Bedürfnissen und Kontexten der Zielgruppen orientieren. 

Die Aus- und Weiterbildung im BGM ist ein ständiger Lernprozess, der zur ständigen Verbesserung des BGM und zur Förderung einer gesundheitsbewussten Unternehmenskultur beiträgt.

7. Finanzielle Förderung – Holen Sie sich Unterstützung

Sie müssen die Kosten für die Aus- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter:innen und Führungskräfte nicht ausschließlich alleine tragen. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten, Sie können staatliche und europäische Fördertöpfe nutzen oder die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Unternehmen können finanzielle Unterstützung von den gesetzlichen Krankenkassen nach §20 & 20b SGB V erhalten. Die Krankenkassen haben die Aufgabe, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung oder des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu unterstützen. Wichtig ist, dass die Maßnahmen den inhaltlichen und qualitativen Kriterien des GKV-Leitfadens Prävention entsprechen.

Wissenswert: Das Saneware Magazin hat sich bereits genau mit den Möglichkeiten der finanziellen Förderung Ihres BGM befasst. Wenn Sie diesbezüglich Interesse haben, dann lesen Sie hier weiter. 

8. Betriebliches Eingliederungsmanagement – Langzeiterkrankte zurück zur vollen Leistung führen

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) stellt einen systematischen Ansatz dar, um Arbeitnehmer:innen nach längerer Krankheit erfolgreich wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Das BEM soll das Arbeitsverhältnis erhalten, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter:innen wiederherzustellen und eventuell vorhandene betriebliche Barrieren zu überwinden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Hierfür erfordert es eine sorgfältige Planung und Durchführung, eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Beteiligten sowie eine individuelle Betrachtung jeder Einzelfall-Situation.

Sie spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie das Verfahren initiieren, die betroffenen Arbeitnehmer:innen über den Prozess informieren und sie zu einem Informationsgespräch einladen. Darüber hinaus müssen Sie sicherstellen, dass die Rechte aller Beteiligten gewahrt bleiben und dass der Prozess in einer transparenten und respektvollen Weise durchgeführt wird.

BEM-Verfahren können auf den ersten Blick sehr komplex wirken. Es kann deswegen durchaus sinnvoll sein, in Ihrem Unternehmen eine BEM-Betriebsvereinbarung einzuführen.

9. Evaluation und Kontrolle Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Evaluation und Kontrolle stellen sicher, dass die implementierten Maßnahmen den beabsichtigten Nutzen bringen und stetig verbessert werden können.

Durch regelmäßige Überprüfung der gesetzten Maßnahmen können Sie ihre Wirksamkeit bewerten. Das beinhaltet die Erfassung und Analyse von gesundheitsrelevanten Daten, wie etwa Mitarbeiterbefragungen, Krankheitsstatistiken oder Auswertungen von Gesundheitsprogrammen. 

Mithilfe dieser Erkenntnisse können Sie die Stärken und Schwächen Ihres Gesundheitsmanagements identifizieren und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einleiten.

Die Kontrolle hingegen dient der laufenden Überwachung der Prozesse. Sie ermöglicht es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Die Kontrollmechanismen sind transparent und fair zu gestalten und sodass die Ergebnisse zur weiteren Optimierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements genutzt werden können.

10. Unterstützung durch Digitalisierung Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Moderne Softwarelösungen bieten zahlreiche Möglichkeiten, die Prozesse im BGM effizienter und effektiver zu gestalten.

Saneware hat hierfür eine Softwarelösung entwickelt, die Sie dabei unterstützt, gesundheitsrelevante Daten systematisch zu erfassen und auszuwerten.

So können beispielsweise Krankheitsraten und -ursachen, Teilnehmerquoten an Gesundheitsprogrammen oder auch das Feedback der Mitarbeitenden zu bestimmten Maßnahmen leicht erfassen und analysieren. Diese Daten liefern wertvolle Einblicke, die für die weitere Planung und Optimierung des BGM genutzt werden können.

Außerdem erleichtert unsere Software die Kommunikation, Koordination und Planung. Liefert datenschutzkonforme Dokumentation von Prozessen und Ergebnissen sowie einen schnellen und sicheren Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten.

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